Who is she?

Ja, es war richtig. Gefühle zulassen, Empfindlichkeit bewahren. Sie darf sich nur nicht überwältigen lassen, nicht hineinsteigern und sich nicht dahinter verstecken.

Doch sie rätselt noch, ist nicht besonders nahe an der Lösung. Wer ist sie eigentlich? Was von dem was sie so tut und macht ist wirklich sie selbst? und was ist eine Maske, eine Angewohnheit, was ist nur ein Abdruck des Musters, in das sie sich zu pressen versucht(e)?
Und was kann sie eigentlich, was will sie eigentlich? Und inwieweit strebt sie nach Idealen, die irgendetwas von dem, was ihr fehlt, in sich tragen, aber im Grunde genommen gar nicht zu ihr passen?
Wo ist es mangelndes Selbstvertrauen und wo beginnt die Talentlosigkeit?

Sie ist verwirrt und möchte wissen, mit wem sie es zu tun hat.
9.10.08 15:47


Zeit und Alter

Ich schwebe durch die Zeit, erschrecke, denn es geht so schnell. Wie ein mächtiger Strudel, der mich immer tiefer ins Alter und die Zukunft zieht. Letzte Woche grünten die Bäume, jetzt fallen ihre Blätter nieder, bedecken die Erde, färben die Welt in neue Farben. Und auch alte Farben.
Und auch ich verändere mich. Vorbei ist die Zeit in der man mich als Kind bezeichnen könnte. Und ich wundere mich. War es nicht gestern, als ich noch durch die Felder tigerte und auf Bäumen herum kletterte? Als ich mich darum scherte wie meine Haare aussehen und Knie und Ellenbogen stets aufgeschürft waren? Als ich mit meinem Vater sprach über Gott und die Welt und mich fragte, wie es wohl sein würde, wenn ich älter wäre? Ich weiß es jetzt und die Zeiten in denen ich ein kleines Mädchen war sind vorbei.
Und ich frage mich, wie es sein wird, wenn ich wirklich erwachsen bin. Aber ich habe Angst vor dem Moment in dem ich mich an den heutigen Tag zurückerinnern werde und sagen muss:"Ich weiß es jetzt."

Ich genieße die Momente, in denen ich einfach nur stehe oder gehe und lausche und sehe. Ich atme die frische Herbstluft oder auch die schwüle Sommerluft, spüre die Steine, auf denen ich sitze, halte ein schweres Buch in meinen Händen ruhen, schnuppere den Geruch der Stadt oder des Landes.
In einem Moment kann so viel Intensität liegen, nicht annähernd ist sie mit allen Sinnen zu erfassen.
Ich sehe Menschen eilen und jammern, in einem fortwährenden Kampf mit sich selbst und all den Zweifeln und Sorgen, mit denen sie sich selbst beladen. Mit denen auch ich mich belade. Und jeder Zweifel und jede Sorge verschwenden meine Zeit.

Ich versuche die Gegenwart als alte Frau zu sehen. Wie wäre es, wenn ich 80 bin und noch einmal die Gelegenheit bekäme diese Gegenwart zu erleben? Noch einmal an die friedlichen Orte meiner Jugend zu reisen. Den Bus noch einmal mit den Augen eines jungen Mädchens besteigen, mit meinen Freunden lachend durch die Nächte streunern, mich zu den verheißungsvollen Klängen rhythmischer elektronischer Bässe bewegen, die Hände eines Jungen an meinen Hüften und seinen Atem in meinem Nacken zu spüren? Noch einmal meine Mutter umarmen, ihren Duft einatmen, mein altes Zimmer sehen, meinen lieben Hund, der mich schon vor so langer Zeit verlassen hat?
Und plötzlich gewinnt jede Sekunde der Gegenwart an unermesslichem Wert, denn mir wird klar, jede Sekunde ist einzigartig und verstreicht unwiederbringlich. Ich werde nie wieder die Chance erhalten, dies alles noch einmal so real zu erleben, deswegen werde ich dankbar sein für alles was mir geschieht- und für das, was mir nicht geschieht. Für alles. In jedem Augenblick. Denn jede Sekunde hat einen Wert.
14.10.08 18:14


Talentiert?

Auf der Suche nach sich selbst
auf der Suche nach dem Weg
stets planlos, oft verloren
irrst du durchs Labyrinth

Ein verkanntes Talent
Im Gefängnis Unverständnis
Im Schatten der Großen
sicher versteckt,
doch niemals unsichtbar
Dazugehörend,
doch immer am Rand

Was ist es, was ist es nur?
Du bist anders, bist normal
Träumend von Helden
angstvoll vor Besonderheit
niemals nur ein Kind
niemals einfach sein
Und doch Bescheidenheit gelehrt
und Furcht vor dem Überflug
Denn Hass zerfrisst dich
Neid macht schwach

Wer schafft es aus Schatten zu treten
sich ins Licht aufzuheben
den einzigen Weg zu gehen
der da begehbar ist
Sich zu stellen
der Gabe, dem Fluch
der dich einhüllt
in Einsamkeit
25.10.08 14:15


Erlösung

Es löst Tränen aus, wenn ich an den Hoffnungsschimmer denke, der an meinem Horizont aufglimmt.
Wenn ich daran denke, dass es vielleicht eine Gruppe von lauter Menschen gibt, die so sind wie ich. Die mich als normal betrachten, mit mir sind. Mich in ihrer Mitte aufnehmen, weil sie verstehen was es mit mir auf sich hat und nicht nur akzeptieren, dass es etwas mit mir auf sich hat.

Persönlichkeitsentwicklung hin oder her, wenn man nicht weiß wer man ist und sich dadurch selbst verleugnet, sich versteckt, sich möglicherweise herab wertet, obwohl man nicht wirklich gewöhnlich oder durchschnittlich ist, sondern ganz im Gegenteil, eigentlich begabt?

Es ist als würde jemand aufhören meine mir innewohnenden Flamme löschen zu wollen und mir stattdessen den Platz zeigen, an dem sie sich entwickeln kann. Also würde jemand mir die fehlenden Puzzlestücke für das Puzzle geben, an dem ich schon immer arbeite und es nicht fertig bringe. Als würde jemand wir eine Grundlage, eine logische Erklärung dafür geben, warum ich immer ein bisschen über der Erde schwebe oder die Tür meines Kerkers öffnen.

Aber es ist auch mit Furcht verbunden. Was mache ich damit, wie gehe ich damit um? Wird durch dieses alles erschütternde Erdbeben die Kluft nicht noch viel weiter aufgerissen?
Es wird mir Stärke abverlangen, den Weg dann auch wirklich zu gehen. Mich von all den Zweifeln und Sorgen zu befreien, die Lasten hinter mir zu lassen und zu tun, wozu ich womöglich fähig bin.
25.10.08 14:50




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